In diesem Jahr fand das traditionelle Alzate-Lager bereits zum dritten Mal in Buttwil statt; das erste und hoffentlich einzige sowie letzte Mal. Mit der Initiative von Peter Nyffeler organisierten wir während den zwei Osterwochen, sofern das Wetter mitspielte, durchgehend Flugbetrieb. Natürlich durfte das «Apérölen», wie es in Alzate nach dem Flugbetrieb einfach dazugehört, auch heuer nicht fehlen. So sponserte am Sonntag 28. März Peter den Eröffnungsapéro. Später in der Woche lud auch Hansruedi Steiner zu Speis und Trank ein.

Glacé im Birrfeld

Das Wetter startete verhalten. Es reichte für lokale Flüge, doch bereits auf 1200 – 1300m stoppte die thermische Aktivität. So entschieden sich Sönke Ahlborn und Sascha Häusler dazu unseren Nachbarn vom Birrfeld einen Besuch abzustatten. Kaum geklinkt ging es auf direktem Weg Richtung Birrfeld. Nach einer Zeit Thermikkreisen zwischen Lenzburg – Kestenberg – Mägenwil setzten sie zur Landung an. Alsbald beide Flugzeuge an die (vermeintliche) Startposition geschoben wurden kam auch schon ein Birrfelder um mitzuteilen, dass die Pistenrichtung soeben gewechselt hat. Freundlicherweise bot er einen Abschleppdienst an, sodass die Flugzeuge nacheinander vom Startplatz 26 an den Startplatz 08 gezügelt werden konnten. Endlich angekommen konnten unsere Piloten doch noch ihr wohlverdientes Glacé geniessen, bevor sie Birrfeld wieder Richtung Buttwil verliessen.

Erster Hammertag

Am 1. April (kein Scherz!) hatte Petrus den ersten Hammertag für uns Segelflieger bereit. Das Mittelland wie auch der östliche Jura liessen zu Beginn zu wünschen übrig weshalb wir erst spät mit dem Schleppbetrieb begannen. Was dann aber der Jura zu bieten hatte, lässt jedes Segelfliegerherz schneller schlagen. Wunderbare Wolkenthermik mit einer Basis von fast 3000m. Als Tüpfchen auf dem i waren auch die Tangosektoren von Basel nicht aktiv. So bewegten diverse Piloten ihre Maschinen auf der Jurarennstrecke auf und ab. Drei Flüge über 400km, wobei Sönke Ahlborn und Jonas Pitschen über 100km/h im Schnitt nach Hause brachten.

Hier befinden sich die Flüge von Timo, Jonas und Sönke. Mit einem Klick aufs Bild könnt ihr den gesamten Flug im OLC anschauen.

Auch die Hänger wurden ausgeführt

Euphorisiert von diesem Saison-Opener sollte es einen Tag später im gleichen Stil weiter gehen. Die Luftmasse war allerdings bereits wieder viel stabiler und trockener. Heinz Etterli kämpfte sich durchs Mittelland in den Jura vor, musste dann aber schliesslich auf dem Flugplatz Fricktal landen. Sönke Ahlborn zusammen mit Raphael Lutz im Arcus sowie Jonas Pitschen erwischte es bereits im Birrfeld. Das Familienduo Chrigi Gfeller / Sascha Häusler dachte sich, «wenn aussenlanden – dann richtig» und beendeten ihren Flug auf einer Wiese bei Buttisholz. Damit bereiteten sie immerhin einer Innerschweizer Familie das Highlight des Wochenendes, die sich brennend für das gelandete Flugzeug interessierten. Wer jetzt einen Blick in den Kalender wirft, merkt, dass ich vom Karfreitag schreibe. Weil Buttwil uneingeschränkt Flugbetrieb hatte, war uns gar nicht so wirklich bewusst, dass ganze viele Flugplätze geschlossen hatten. – Richtig: Birrfeld und Fricktal inklusive. So fuhren wir mit vier Anhängern los und sammelten einander ein.

Aus Alzate in Buttwil wurde Alzate im Birrfeld

Aus stabilem und trockenem Wetter wurde dann plötzlich nochmals Winter. Ich weiss bis heute nicht, wer den Teller nicht aufgegessen hat…
Da wir am Anfang der Saison in Buttwil immer Mühe mit der Feuchtigkeit in der Piste haben, war Schnee natürlich Gift für das Abtrocknen. So zügelten wir am 8. April fünf Flugzeuge ins Birrfeld. Die Prognosen für den Jura und das östliche Mittelland waren vielversprechend. Heinz Etterli und Jonas Pitschen im Arcus machten den Anfang. Allerdings klinkten sie zu tief und kamen am Chestenberg nicht weg. So standen sie nach 40 Minuten wieder am Boden. Beim zweiten Anlauf klappte es. Die Luftmasse war bereits stark abgetrocknet und es hatte nur noch wenige Wolken. Trotzdem tasteten sie sich in Richtung westen vor. Die Freigaben von Basel machten das Vorhaben einfacher. Ab Courtelary konnten sie dann noch eine Konvergenz ausfliegen und brachten am Abend so doch über 300km zusammen. Unsere aufstrebenden Jungpiloten Sönke Ahlborn und Raphael Lutz im Duo Discus machten sogar noch einen Abstecher nach Deutschland in den Schwarzwald und die Schwäbische Alb. Auf dem Heimweg verlängerten sie den Schenkel ebenfalls noch in den Jura und machten die fünf Stunden voll.

Obwohl wir uns im Moment mit komischen Wetterlagen auseinandersetzen müssen, konnte der erste Flughunger doch bereits bei einigen gestillt werden. Gleichzeitig machten diese ersten Tage der Saison enorme Lust auf mehr. Herzlichen Dank an Peter Nyffeler für den entspannt organisierten Flugbetrieb!

Jonas Pitschen & Sascha Häusler